Evangelische Kirchengemeinden Katzenfurt und Daubhausen

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Gottesdienst zum Nach-Hören

31.01.2021

Licht am Ende des Tunnels

Hier finden Sie die Aufnahme des Gottesdienstes in der Kirche als Gottesdienst zum Nach-Hören und Nach-Lesen. Die Text-Datei können Sie herunterladen, ausdrucken und weitergeben. Vielleicht gibt es jemanden in Ihrer Nachbarschaft, die oder der gerne diesen Gottesdienst aus der eigenen Gemeinde lesen würde, aber keinen Zugang zum Internet hat. Geben Sie den "Gottesdienst zum Nachlesen" an andere weiter.



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Gottesdienst am 31.01.2021

Licht am Ende des Tunnels

 

Orgelvorspiel

 

Votum

 

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes Amen.

Unsere Hilfe kommt von dem Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.

 

Psalm 97

 

Der Herr herrscht als König. Es juble die Erde!

Es sollen sich freuen die vielen Inseln!

Dichte und dunkle Wolken umgeben ihn.

Gerechtigkeit und Recht stützen seinen Thron.

Die Himmel erzählen von seiner Gerechtigkeit,

und alle Völker sehen seine Herrlichkeit.

Die Stadt Zion hört es und freut sich.

Denn du, Herr, bist der Höchste.

Du herrschst über die ganze Welt.

Die ihr den Herrn liebt, hasst das Böse!

Er beschützt das Leben seiner Frommen.

Ein Licht strahlt auf über den Gerechten.

Freude erfüllt die Herzen der Aufrechten.

Freut euch, ihr Gerechten, über den Herrn

und preist seinen heiligen Namen.

 

Predigt von Pfr. Ulrich Ries

 

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. Amen.

Was wird werden? Was bringt die Zukunft? Das, meine Lieben, ist eine Frage, die viele Menschen beschäftigt. Wir brauchen ein bestimmtes Maß an Sicherheit zum Leben. Wer nicht weiß, was wird, traut sich nicht zu leben. Nehmen wir den Extremfall: Wenn ich nicht darauf vertrauen kann, dass auch gleich die Naturgesetze noch gelten, dann wage ich auch nicht den nächsten Schritt zu tun. Der Boden könnte ja aufhören mich zu tragen. Ich muss mich darauf verlassen können, dass alles im Wesentlichen so bleibt, wie ich es kenne, und sich Veränderungen in einem Tempo einstellen, auf das ich mich einstellen kann. Von uns Menschen erwartet man, dass wir flexibel auf Veränderungen reagieren können. Was aber, wenn sich die Lebensbedingungen rasant ändern? Was ist, wenn die Ziele, die ich mir gesteckt habe, auf dem Spiel stehen? Wird Bestand haben, was ich mir aufbaue? Werden sich meine Lebensträume erfüllen? Werde ich glücklich werden? Da reicht die Augenblickssicherheit nicht aus, da muss ich wissen, ob ich der Zukunft meines Lebens trauen darf. Selten haben wir dieses dringende Bedürfnis so stark gespürt wie in dieser Krisenzeit. Leben, jedenfalls ein gelungenes, erfülltes Leben, braucht doch eine Perspektive. Ich sehne mich nach einer Gewissheit, die die Lebensangst im Zaum hält und aus der mir Gelassenheit erwächst. Nur: woher solch eine Gewissheit nehmen?

An dieser Stelle wird oft vom Licht am Ende des Tunnels gesprochen. Auch ich benutze diese Redewendung gerne. Aber was ist, wenn das Licht, das ich da sehe, gar nicht das Ende des Tunnels ist, sondern ein entgegenkommender Zug? Es sieht so aus, als könnten wir uns in solchen Situationen nie sicher sein. Was kommt da auf uns zu?

In der Bibel habe ich einer Antwort auf diese Frage gefunden. In seinem zweiten Brief schreibt der Apostel Petrus 1, 16: Wir haben euch ja angekündigt, dass unser Herr Jesus Christus machtvoll wiederkommen wird. Davon, so Petrus, haben schon die Worte der Propheten berichtet. Und weiter sagt er in Vers 19: Diese Worte sind wie ein Licht, das an einem finsteren Ort brennt – bis der Tag anbricht und der Morgenstern in eurem Herzen aufgeht. Das Licht, das wir im Tunnel sehen, ist also nicht ein entgegenkommender Zug. Und selbst wenn es so sein sollte, scheint hinter dem Zug das eigentliche Licht auf, das uns leuchtet, das Versprechen nämlich, dass uns Christus entgegenkommt. Er ist also nicht nur eine Person der Vergangenheit. Er ist kein Gegenstand der Traditionspflege. Und die Kraft, die von ihm ausgeht, ist spürbar wirksam, denn sie bewegt Menschen und sie verändert Verhältnisse.

Das haben Menschen doch zu allen Zeiten erlebt. Es hat immer wieder tiefe Krisen gegeben in der Geschichte der Menschheit. Als sich die Menschen zu sehr vermehrt hatten, um sich als Jäger und Sammler zu ernähren, wurden sie sesshaft und betrieben Ackerbau und Viehzucht. Als das mit bloßen Händen nicht mehr ausreichte, erfanden sie Werkzeuge. Letztlich konnten sie auf das Leben vertrauen. Und dieses Leben ist von Christus getragen. Seine Kraft ist verlässlich - und sie wird es in der Zukunft sein.

Christus ist es also, der auf uns zukommt. Und das bedeutet: Was auch immer uns zustoßen mag und vor Unfall, Krankheit und Scheitern sind auch Christen nicht gefeit – daran wird sich nie etwas ändern: Wir werden Leben finden, was auch immer dagegensprechen mag. Und das ist ja eine Menge. Corona ist nicht das einzige Problem, das uns zu schaffen macht. Die Klimakrise muss auch bewältigt werden, damit auch unsere Kinder und Enkel eine Zukunft haben. Rassismus, Extremismus, Terrorismus – auch für diese Bedrohungen brauchen wir eine Lösung. Aber die können wir gemeinsam entwickeln, im Vertrauen darauf, dass Christus uns aus der Zukunft entgegenkommt.

Und spätestens am Ende des Tunnels werden wir Menschen werden umkehren aus den Sackgassen, in denen wir uns verlaufen und verloren haben. Wir werden Fehler eingestehen und endlich das Richtige tun, das wir ja im Grunde schon längst eingesehen haben. Wir werden sein, was wir schon längst hätten werden können: Menschen, die aufgehoben sind in der Liebe Gottes. Als geliebte Menschen werden wir uns anderen in Liebe zuwenden – und wir werden Frieden stiften, für Gerechtigkeit eintreten und die Schöpfung bewahren.

So wird es sein: Gottes Herrlichkeit wird in alle Welt strahlen. Sein Geist, der Geist des Lebens, wird alle Angst wegblasen aus den Seelen, und die Menschen werden sich trauen zu leben, weil sie dem Leben trauen.

Noch sind wir nicht am Ende des Tunnels angelangt, aber vor uns sehen wir schon das Licht. Und das wirft seinen Schein in unser Leben. Kein Grund also, Angst zu haben vor einer dunklen Zukunft, ist auch unsere Gegenwart noch so sehr dazu angetan, Zweifel daran zu hegen, dass das Leben stärker sein wird. Kein Grund auch, sich zu sorgen, das Leben könnte uns misslingen, wir könnten es gar verpassen. Kein Grund, ängstlich auf der Stelle zu treten. Es gibt Licht im Dunkeln. Es leuchtet schon. Und es wird Raum gewinnen. Das wird werden.

Amen.

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Jesus Christus, unserem Herrn.

 Amen.

 

Fürbitten

 

Guter Gott, du hast uns das Licht der Welt gesandt,

deinen Sohn Jesus Christus,

der mit uns unterwegs ist auf unserem Lebensweg.

Wir danken dir, dass du uns nahe bist durch ihn

und dass wir alles, was bei uns finster ist, in seinem Lichte sehen können.

 

Wir bitten dich:

Erleuchte die Herzen und Sinne aller Menschen, die meinen,

in einer ausweglosen Situation zu stehen.

 

Schenke deine Klarheit all denen,

die vor einer wichtigen Entscheidung stehen.

 

Erwärme die Herzen der Menschen, die meinen,

nicht mehr glauben und nicht mehr lieben zu können.

 

Leuchte mit deiner Wahrheit,

wo Irrtum herrscht und wo Menschen sich vor einander verschlossen haben.

 

Lass deine Liebe auf uns ausstrahlen,

damit wir sie spüren und weitergeben können.

 

Amen.

 

Segen

 

So begleite uns Gott mit seinem Segen in die vor uns liegende Zeit.

Wo wir uns nicht mehr gegenseitig anschauen können,

möge er uns gnädig ansehen.

Wo uns die eigenen Worte im Hals stecken bleiben

oder wo sie ungehört verhallen,

möge er uns mit seinem Wort Mut machen und Trost schenken.

Wo wir auf Distanz bleiben, freiwillig oder unfreiwillig,

möge er uns nahekommen und uns in seinen Händen bergen.

Amen.

 

Orgelnachspiel