Evangelische Kirchengemeinden Katzenfurt und Daubhausen

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Gottesdienst zum Nach-Lesen und Nach-Hören

10.01.2021

Mache dich auf, werde licht.



Hier finden Sie die Aufnahme des Gottesdienstes in der Kirche als Gottesdienst zum Nach-Hören und Nach-Lesen. Beide Versionen können Sie herunterladen, als Audio-Datei oder als Text-Datei. Sie können den Gottesdienst auch ausdrucken und weitergeben. Vielleicht gibt es jemanden in Ihrer Nachbarschaft, die oder der gerne diesen Gottesdienst aus der eigenen Gemeinde lesen würde, aber keinen Zugang zum Internet hat. Geben Sie den "Gottesdienst zum Nachlesen" an andere weiter.

Gottesdienst zum Nachhören 10.01.2021








 

 

 


 

 

 

 

Orgelvorspiel von Jan-Paul Götze

 

 

 

 

 

Votum

 

 

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

 

 

Unsere Hilfe kommt von dem Herrn,

 

 

der Himmel und Erde gemacht hat.  

 

 

Psalm

 

 

Gott, gib dem König dein Recht!

 

 

Schenke dem Thronfolger deine Gerechtigkeit!

 

 

Er soll unvoreingenommen über dein Volk urteilen

 

 

und über deine Armen, wie es das Recht verlangt.

 

 

Er wird herrschen von einem Meer bis zum andern,

 

 

vom Strom bis zum äußersten Rand der Welt.

 

 

Ja, er rettet den Besitzlosen, der um Hilfe schreit.

 

 

Er hilft dem Armen, der keinen Beistand hat.

 

 

Er hat Mitleid mit Schwachen und Besitzlosen

 

 

und sorgt dafür, dass sie am Leben bleiben.

 

 

Er befreit ihr Leben aus Bedrückung und Gewalt.

 

 

Sein Name soll immer in hohem Ansehen stehen.

 

 

Unter dem Schein der Sonne wachse sein Ruhm.

 

 

Gepriesen sei Gott, der HERR, Israels Gott!

 

 

Er tut Wunder, er allein!

 

 

Gepriesen sei sein herrlicher Name alle Zeit!

 

 

Seine Herrlichkeit erfülle die ganze Erde.

 

 

Amen! Und nochmals: Amen!  

 

 

Lied: 70, 1+2 Wie schön leuchtet der Morgenstern

 

 

von Jan-Paul Götze  

 

 

Predigt von Pfr. Ulrich Ries  

 

 

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft

 

 

des Heiligen Geistes sei mit euch allen. Amen.

 

 

Unser Predigttext für heute steht im Buch des Propheten Jesaja Kap 60:

 

 

Mache dich auf, werde licht; denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des Herrn geht auf über dir! Denn siehe, Finsternis bedeckt das Erdreich und Dunkel die Völker; aber über dir geht auf der Herr, und seine Herrlichkeit erscheint über dir. Die Sonne soll nicht mehr dein Licht sein am Tage, und der Glanz des Mondes soll dir nicht mehr leuchten, sondern der Herr wird dein ewiges Licht und dein Gott wird dein Glanz sein. Deine Sonne wird nicht mehr untergehen und dein Mond nicht den Schein verlieren; denn der Herr wird dein ewiges Licht sein, und die Tage deines Leidens sollen ein Ende haben.

 

 

Mache dich auf und werde licht … War da nicht erst was mit Licht? Richtig, Weihnachten in der Christvesper ist hier bei uns immer die Lesung aus Jesaja zu hören. In diesem Jahr kam sie als Videobotschaft mit der Weihnachtsgeschichte. Jesaja 9:

 

 

Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht, und über denen, die da wohnen im finstern Lande, scheint es hell. Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ist auf seiner Schulter; und er heißt Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst; auf dass seine Herrschaft groß werde und des Friedens kein Ende.

 

 

Pünktlich zum Weihnachtsfest also die Verheißung des Lichts. Und jetzt die Ermunterung: Werde selbst licht. Der Prophet Jesaja hat mit beiden Sätzen das Volk Israel angesprochen. Es ist das Volk, das im Finstern wandelt. Und es ist das Volk, das licht werden soll. Und dann haben es von Anfang an die Christen auf Christus bezogen. Er ist das Licht, das der Prophet verheißen hat. Er ist der Friedefürst. Und dann waren da noch die Sterndeuter. Auch sie waren einem Licht gefolgt, das sie zu Christus geführt hatte. Manche Wissenschaftlicher meinen ja, dass das damals eine astronomische Erscheinung war, die es nicht so häufig gibt, die sogenannte Große Konjunktion. Dann stehen die Planeten Jupiter und Saturn für uns so dicht am Himmel, dass es aussieht, als handele es sich um einen einzigen Stern, der besonders hell leuchtet. Im vergangenen Jahr gab es diese Planetenkonstellation wieder, und zwar ausgerechnet in der Adventszeit. Davor war es im Mai – und 1981 im Juli. In dieser Adventszeit hat uns also tatsächlich der Stern von Bethlehem geleuchtet.

 

 

Und jetzt sollen wir selbst licht werden. Das ist gar nicht so einfach. Wir fühlen uns meist nicht danach. Die Tage sind kurz und der Himmel ist wolkenverhangen. Pandemie und Lockdown tun das Ihre dazu, dass wir kein Licht mehr sehen. Für viele ist die berufliche Zukunft düster. Wir blicken in finster Minen – wenn wir sie denn hinter den Masken überhaupt erkennen. Und wenn wir mitansehen müssen, wie der Mob das Parlament des Landes stürmt, das sich als die älteste Demokratie bezeichnet, fühle ich mich an die dunkelsten Zeiten deutscher Geschichte erinnert. Und auch die, die hierzulande auf die Straßen gehen, sind ja oft nicht die hellsten, die sogenannten Querdenker in all ihren Schattierungen.

 

 

Und uns beschweren ja auch die „ganz normalen“ Finsternisse, die uns sowieso, zumindest von Zeit zu Zeit, zu schaffen machen. Sie sind ja nicht verschwunden, die körperlichen Belastungen und Krankheiten, nicht erst im Alter, die Überforderungen schon im scheinbar geregelten Alltag, die eigenen Misserfolge, Unzulänglichkeiten und Fehler, aber auch Einsamkeit, Trauer und Ängste.

 

 

Ein bisschen mehr Licht täte uns schon ganz gut. Doch woher soll das kommen? Dazu sagt unser Predigttext Erstaunliches. Wir sollen uns nämlich lösen aus der Abhängigkeit äußerlicher Lichtquellen. Die Sonne soll nicht mehr dein Licht sein. Und der Glanz des Mondes soll dir nicht mehr leuchten. Und wir können an dieser Stelle hinzudenken: Es muss nicht dunkel werden, wenn die Lichter vom Weihnachtsbaum entfernt sind, wenn die Kerzen am Adventskranz heruntergebrannt sind, wenn die Lichterketten in den Straßen abmontiert sind. Es muss nicht finster werden in uns, wenn uns trübe Gedanken angreifen, wenn dunkle Ereignisse einen Schatten auf das Herz werfen, wenn wir kein Licht mehr sehen am Ende des Tunnels.

 

 

All das muss unser Leben nicht nachhaltig verdüstern. Und dafür gibt es einen Grund: Der Herr wird dein ewiges Licht und dein Gott wird dein Glanz sein. Es gibt also neben den ganzen gewohnten Lichtquellen noch eine andere. Und das ist Gott selbst. Er wird unser Glanz sein. Er leuchtet in unser Leben hinein. Er macht es hell. Über dir geht auf der Herr, und seine Herrlichkeit erscheint über dir. – sagt Jesaja. Das passiert, so oder so. Doch damit es wirkt, damit Gottes Herrlichkeit unser Leben tatsächlich hell macht, müssen wir es wahr sein lassen wollen, müssen wir hinschauen und sein Licht in uns hinein leuchten lassen. Nicht dass Gottes Herrlichkeit sonst nicht leuchtet. Nein, das nicht. Aber wenn wir nicht hingucken ist das, als scheint die Sonne, aber sie kann nicht unser Haus erhellen, weil wir die Jalousien heruntergelassen haben. Gucken wir also hin. Lassen wir Gottes Herrlichkeit ein. Lassen wir es wahr sein: Die Herrlichkeit des Herrn geht auf über dir!

 

 

Dann können wir auch selbst licht werden. Und das ist dann etwas anderes, als wenn wir von einer lichten Höhe von 2 Metern reden, oder vom lichten Haar. Wenn wir es wahr sein lassen, dass die Herrlichkeit Gottes über uns aufgeht, dann können wir licht werden im Sinne von leuchtend oder strahlend, dann können wir uns aufmachen und ein Licht in die Welt tragen, auf dass sie ein bisschen heller werde. Das Licht der Vernunft zum Beispiel. Davon kann es nie genug geben, damit nicht nur uns, sondern auch anderen ein Licht aufgeht, wie es mit uns und dieser Welt weitergehen kann, ohne dass bald alle Lichter ausgehen. Dann müssen wir uns nicht mehr ins rechte Licht rücken, um mehr zu scheinen als zu sein. Und niemand muss mehr einen anderen hinters Licht führen, um selbst in einem besseren Licht dazustehen. Und manchmal bedarf es nur einer kleinen Geste, um für andere ein Hoffnungslicht anzuzünden. Machen wir uns also auf und werden licht. Nehmen wir Gottes Herrlichkeit auf und geben sie weiter. Lassen wir sein Wort ein Licht auf unserem Wege sein.

 

 

 

 

 

Lied: 72, 1-3 O Jesu Christe, wahres Licht

 

 

von Jan-Paul Götze  

 

 

Fürbitten

 

 

Unser Herr Jesus Christus,  

 

 

du bist das Licht, das die Finsternis in Schranken weist.  

 

 

Wir hoffen auf dich und vertrauen darauf,  

 

 

dass du das Schwache und Verachtete zu Ehren bringen wirst  

 

 

und dort das Licht erstrahlen lässt,  

 

 

wo Dunkelheit alles zu bestimmen scheint.  

 

 

Sei du auch unser Licht.  

 

 

Mache dich auf und werde licht,

 

 

denn dein Licht kommt.  

 

 


In den Dunkelheiten der Welt fragen Menschen nach einem Ausweg  

 

 

und suchen Licht und Klarheit.  

 

 

Menschen machen sich auf  

 

 

und brechen auf aus den Ängsten und Ausweglosigkeiten ihres Alltags.   

 

 


Mache dich auf und werde licht,

 

 

denn dein Licht kommt.  

 

 


In der Begegnung mit dir finden Menschen Frieden.  

 

 

Du richtest die Gebeugten auf und schenkst ihnen Würde.  

 

 

Lass das Licht der Menschlichkeit aufgehen über uns in dieser Welt.  

 

 

Schenke Aufbruch und Umkehr zu dem, was trägt.  

 

 

Lass nicht zu, dass Hochmut, Ehrgeiz und Machtstreben das letzte Wort haben  

 

 

über den Lauf dieser Welt.   

 

 


Mache dich auf und werde licht,

 

 

denn dein Licht kommt.  

 

 


Sei du die Mitte für die Menschen,  

 

 

die Respekt und gegenseitige Achtung suchen.

 

 

Lass dein Licht über uns leuchten,

 

 

das Licht des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe –

 

 

und das Licht der Vernunft,

 

 

damit wir Hoffnung haben auf eine Zukunft mit dir.  

 

 


Mache dich auf und werde licht,

 

 

denn dein Licht kommt.  

 

 


Amen  

 

 

Segen

 

 

So begleite uns Gott mit seinem Segen in die vor uns liegende Zeit.

 

 

Wo wir uns nicht mehr gegenseitig anschauen können,  

 

 

möge er uns gnädig ansehen.

 

 

Wo uns die eigenen Worte im Hals stecken bleiben  

 

 

oder wo sie ungehört verhallen,

 

 

möge er uns mit seinem Wort Mut machen und Trost schenken.

 

 

Wo wir auf Distanz bleiben, freiwillig oder unfreiwillig,

 

 

möge er uns nahekommen und uns in seinen Händen bergen.

 

 

Amen.  

 

 

Orgelnachspiel

 

 

von Jan-Paul Götze